Stundensatz Schreiner 2026: Richtwerte nach Bundesland und Betrieb
Stundensatz für Schreiner und Tischler 2026: Richtwerte netto nach Betrieb und Region, Werkstatt und Montage, Geselle und Meister – mit Quellen.
Wer nach dem Stundensatz eines Schreiners sucht, will meistens eine Zahl. Hier stehen die Zahlen, die sich belegen lassen — und ehrlich dazu, wo es keine gibt. Stand: Oktober 2026. Alle Beträge netto, also ohne Umsatzsteuer, sofern nicht anders angegeben.
Schreiner und Tischler sind übrigens dasselbe Handwerk: Im Süden sagt man Schreiner, im Norden Tischler. Für den Stundensatz macht das keinen Unterschied.
Übliche Stundensätze 2026 nach Betriebstyp
Die Größe des Betriebs und seine Maschinen erklären mehr vom Stundensatz als jede Postleitzahl. Eine CNC-Maschine muss sich über die Stunden bezahlen, die sie läuft — das treibt den Satz. Ein Solo-Betrieb verteilt Miete und Büro auf weniger Köpfe, was den Satz ebenfalls hebt, hat dafür oft weniger teure Maschinen.
| Betriebstyp | Stundensatz netto |
|---|---|
| Kleinstbetrieb / Soloselbstständig | 65–80 € |
| Handwerksbetrieb (2–5 Mitarbeiter) | 75–90 € |
| Größerer Betrieb mit CNC | 85–100 € |
| Spezialist / gehobene Ausführung (z. B. Massivholz) | 90–110 € |
Was Schreiner- und Tischlerbetriebe in Deutschland üblicherweise verlangen — Richtwerte 2024–2026 aus Branchenquellen und eigener Praxis, keine amtliche Erhebung. Am unteren Ende oft zu wenig, siehe „Was eine Stunde im Durchschnittsbetrieb kostet“.
Diese Spannen sind Vergleichswerte. Sie sagen dir, ob dein eigenes Ergebnis plausibel ist — nicht, welcher Satz für dich reicht. Wenn deine Rechnung bei 50 € landet, fehlt vermutlich etwas. Wenn sie bei 130 € landet, lohnt ein Blick auf Kosten und Auslastung.
Stundensatz je Bundesland: was wir wissen und woher
Eine amtliche Statistik der Schreiner-Stundensätze je Bundesland gibt es nicht. Die Landesverbände rechnen Stundensätze für ihre Mitglieder, veröffentlicht werden diese Aufstellungen in der Regel nicht. Was wir wissen, steht in dieser Tabelle, jeweils mit Herkunft. Die Tariflöhne sind veröffentlicht; der süddeutsche Aufschlag und die hessische Spanne sind Erfahrungswerte, nicht erhoben. Wo wir nichts wissen, steht genau das.
| Bundesland | Richtwert netto | Was dahintersteht |
|---|---|---|
| Bayern | Bundesspanne plus 5–10 € | Süddeutscher Aufschlag (Erfahrungswert). Tariflohn Facharbeiter, Lohngruppe 1 im 4. Gesellenjahr (letzte uns vorliegende Stufe): 3.446 € im Monat bei 40 Wochenstunden, umgerechnet rund 19,88 € je Stunde, dazu eine Jahressonderzahlung. |
| München | wie Bayern | Eigene belegte Werte für München haben wir nicht. Hohe Werkstattmieten heben die Kosten — um wie viel, zeigt nur die eigene Rechnung. |
| Baden-Württemberg | Bundesspanne plus 5–10 € | Süddeutscher Aufschlag (Erfahrungswert). |
| Hessen | 75–90 € | Erfahrungswert aus dem Raum Main-Kinzig. Ecklohn (Lohngruppe 6) 22,15 € je Stunde bei 38 Wochenstunden, ohne Urlaubsgeld und ohne Jahressonderzahlung. |
| Nordrhein-Westfalen | Bundesspanne | Keine eigenen belegten Werte. |
| alle anderen Länder | Bundesspanne | Keine eigenen belegten Werte. |
Stand Oktober 2026. Bundesspanne = Tabelle oben. Tariflöhne nach den Tariftabellen der IG Metall für das Tischler- und Schreinerhandwerk (Hessen gültig ab 01.02.2026, Bayern ab 01.03.2025); die Umrechnung für Bayern auf die Stunde (40 h × 52 Wochen ÷ 12 Monate) ist unsere eigene.
Für einen Handwerksbetrieb mit zwei bis fünf Mitarbeitern in Bayern oder Baden-Württemberg heißt das, einfach zusammengezählt: 75–90 € plus 5–10 €, also rund 80–100 €. Für einen Solo-Betrieb entsprechend 70–90 €.
Wichtiger als das Bundesland sind drei Dinge, die auf keiner Landkarte stehen: deine Miete, dein Maschinenpark und wie viele Stunden du tatsächlich verkaufst. Zwischen zwei Betrieben im selben Ort kann mehr Unterschied liegen als zwischen zwei Bundesländern.
Was eine Stunde im Durchschnittsbetrieb kostet
Die Tabellen oben zeigen, was Betriebe verlangen. Was eine Stunde den Betrieb kostet, ist eine andere Frage. Aus der Kenntnis vieler Schreinereien, bewusst gerundet:
- Knapp 80 € je verkaufter Stunde, ohne Gewinn, kostet ein kleiner Betrieb mit durchschnittlichen Kosten — Lohn, Halle, Maschinen, Fahrzeug, Büro und Unternehmerlohn zusammen.
- Rund 65 € muss die Stunde selbst noch tragen, wenn auf das Material um die 30 Prozent aufgeschlagen werden und dieser Aufschlag einen Teil der Gemeinkosten deckt.
- Um rund ein Drittel sind die Kosten je Stunde in kleinen Betrieben in den letzten Jahren gestiegen, vor allem durch Personalkosten.
Daraus folgen zwei Dinge. Erstens: 65 € sind keine bequeme Mitte, sondern ungefähr die Kostengrenze eines durchschnittlichen kleinen Betriebs — ohne einen Cent Gewinn, und nur, wenn auf das Material ordentlich aufgeschlagen wird. Zweitens: Die Löhne steigen weiter, der hessische Ecklohn zum Beispiel von 20,17 € (seit 01.11.2023) auf 22,15 € (seit 01.02.2026), das sind 9,8 %.
Durchschnitte sind kein Ziel. Ein Betrieb, der genau die Kosten des Durchschnitts hat und genau dessen Preise nimmt, verdient an der Stunde fast nichts. Der Vergleich ist dazu da, die eigenen Zahlen einzuordnen.
Werkstatt oder Montage: ein Satz oder zwei?
Viele Betriebe rechnen Werkstatt und Montage mit demselben Satz ab. Das ist einfach, aber selten genau: Eine Werkstattstunde bindet Halle und Maschinen, eine Montagestunde Fahrzeug, Fahrzeit und oft einen zweiten Mann. Ob die Montagestunde teurer oder günstiger sein muss, hängt an deinen Kosten — eine Regel dafür gibt es nicht.
Was sich als Praxis bewährt hat:
- Montage als eigene Position. Werkstattfertigung, Oberfläche und Montage vor Ort getrennt kalkulieren und ausweisen, nie pauschal zusammenwerfen. Montage macht üblicherweise 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten aus, bei aufwendigem Innenausbau im Altbau auch 35 bis 40 Prozent.
- Anfahrt extra. Ab etwa 20 Kilometern eine Pauschale oder einen Kilometersatz, statt die Fahrt im Stundensatz zu verstecken.
- Puffer auf die Zeit, nicht auf den Satz. Im Altbau mit Wänden außer Lot 25 bis 30 Prozent mehr Montagezeit einplanen. Der Satz bleibt, die Stunden steigen.
Wer einen Monteur-Stundensatz für Regiearbeiten oder Nacharbeiten sucht: Auch der kommt aus denselben Kosten. Eine Stunde beim Kunden ist kein Rabattartikel, nur weil keine Maschine läuft — Fahrzeug, Werkzeug und Fahrzeit laufen mit.
Geselle, Meister, Azubi: was die Stunde kostet
„Stundensatz Geselle“ meint zwei verschiedene Zahlen. Die eine ist, was der Geselle verdient. Die andere ist, was seine Stunde beim Kunden kostet. Dazwischen liegt mehr, als die meisten Kunden ahnen — und mehr, als mancher Betrieb einrechnet.
Was ein Geselle verdient, steht im Tarifvertrag: in Hessen 22,15 € Bruttolohn je Stunde (Lohngruppe 6, der Facharbeiter-Ecklohn, seit 01.02.2026), in Bayern umgerechnet rund 19,88 € (Lohngruppe 1 im 4. Gesellenjahr, seit 01.03.2025). Die Lohngruppen der beiden Tarifgebiete sind unterschiedlich aufgebaut und nicht eins zu eins vergleichbar. Für die anderen Tarifgebiete stehen die Werte in den Tariftabellen der IG Metall.
Was dieselbe Stunde den Betrieb kostet, bevor auch nur eine Maschine läuft — Beispiel Hessen, mit den Arbeitgeberanteilen 2026:
Die Arbeitgeberanteile sind die Sätze 2026 für Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung samt durchschnittlichem Zusatzbeitrag, Insolvenzgeldumlage, die Umlagen U1 und U2 und die Berufsgenossenschaft. Die 1.505 verkaufbaren Stunden im Jahr sind eine Annahme: 38 Wochenstunden, 30 Tage Urlaub, 8 Feiertage auf Werktagen, 24 Tage Krankheit und sonstiger Ausfall. In vielen kleinen Betrieben sind es eher etwas weniger. Deine eigenen Fehltage sind immer besser als jede Annahme. Die Umlagen U1 und U2 legt jede Krankenkasse selbst fest.
Diese 36,83 € sind nur der Mensch. Halle, Maschinen, Fahrzeug, Versicherungen, Büro, der Unternehmerlohn und der Gewinn kommen noch dazu. So wird aus gut 22 € Lohn ein Verrechnungssatz von 75 € und mehr.
Der Meister verkauft weniger Stunden, als man denkt. Der Inhaber eines kleinen Betriebs verkauft oft nur gut die Hälfte der Stunden, die ein Geselle verkauft. Den Rest des Tages füllen Angebote, Aufmaß, Einkauf und Büro. Diese Zeit bezahlt kein Kunde direkt — sie muss über den Satz aller verkauften Stunden hereinkommen. Ob du die Meisterstunde höher ausweist oder lieber nach Tätigkeit unterscheidest (Planung teurer als Werkstatt), ist Geschmackssache. Belegte Werte für den Abstand zwischen Meister- und Gesellenstunde haben wir nicht.
Der Azubi braucht für dieselbe Arbeit 30 bis 50 Prozent mehr Zeit als ein geübter Geselle. Das gehört in die Zeitschätzung, nicht in einen Rabatt auf den Satz.
2025 oder 2026: was sich geändert hat
Wer seinen Stundensatz 2025 gerechnet hat, sollte ihn 2026 nachrechnen. Die wichtigsten Änderungen, die sich belegen lassen:
- Löhne: Der hessische Ecklohn stieg von 21,37 € (ab 01.01.2025) auf 22,15 € (ab 01.02.2026), ein Plus von 3,6 %. Die nächsten Stufen stehen schon fest: 22,53 € ab 01.02.2027, 22,92 € ab 01.02.2028, 23,31 € ab 01.02.2029.
- Krankenkasse: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt 2026 bei 2,9 Prozent, der Arbeitgeber trägt die Hälfte.
- Berufsgenossenschaft: Die Gefahrklasse für Schreinereien im Gefahrtarif der BGHM steigt planmäßig — 4,98 seit 2025, 5,87 ab 2027. Was das in Euro heißt, hängt zusätzlich vom Beitragsfuß ab, den die BGHM jedes Jahr neu festsetzt.
Jede dieser Änderungen ist für sich klein. Zusammen und über zwei, drei Jahre ergeben sie den Unterschied zwischen einem Satz, der trägt, und einem, der nur noch so aussieht.
Warum dein Satz aus deinen eigenen Kosten kommen muss
Alle Zahlen auf dieser Seite helfen beim Einordnen. Rechnen musst du mit deinen eigenen:
Die 130 bis 140 Stunden gelten je produktivem Kopf und sind ein Richtwert für gut ausgelastete Werkstätten. Ehrlich gerechnet sind es oft weniger: Die 1.505 Stunden aus dem Beispiel oben sind rund 125 im Monat, und der Inhaber verkauft deutlich weniger. Rechne mit deinen eigenen Stunden. Die 15 bis 20 Prozent Wagnis und Gewinn kommen auf den Selbstkostenstundensatz und sind eine Untergrenze; wer nach dem Schema der Zuschlagskalkulation rechnet, schlägt 10 bis 15 Prozent auf die gesamten Selbstkosten, also auch auf das Material.
Wie du die beiden Zahlen ehrlich füllst, steht Schritt für Schritt mit einem durchgerechneten Beispiel auf der Seite Stundensatz berechnen als Schreiner. Dort steht auch, warum ein Betrieb nicht einen Satz hat, sondern einen je Kostenstelle.
Was CraftFlow damit macht
CraftFlow ist ein Kalkulationsprogramm für Schreiner, deshalb kurz und der Vollständigkeit halber: Du hinterlegst deine Sätze je Kostenstelle einmal, und jede Kalkulation rechnet damit. Ob die Sätze noch reichen, rechnet der Stundensatz-Vorschlag im Kompass aus deinen Belegen, den Kosten vom Konto, Löhnen und gestempelten Stunden nach (ab dem Starter-Plan). Für die Rechnung auf dieser Seite brauchst du CraftFlow nicht — ein Taschenrechner reicht.
Häufige Fragen
Was kostet ein Schreiner pro Stunde 2026?
Je nach Betrieb 65 bis 110 € netto. Bei umsatzsteuerpflichtigen Betrieben sind das mit 19 Prozent Umsatzsteuer für Privatkunden 77,35 € bis 130,90 € brutto. Kleinunternehmer nach § 19 UStG weisen keine Umsatzsteuer aus, bei ihnen ist der Nettopreis der Endpreis. Kleine Betriebe liegen meist bei 65–80 €, Betriebe mit zwei bis fünf Mitarbeitern bei 75–90 €, größere Betriebe mit CNC bei 85–100 €.
Wie hoch ist der Stundensatz eines Schreiners in Bayern?
Für Bayern und Baden-Württemberg gilt als Richtwert die bundesweite Spanne plus 5 bis 10 €. Für einen Betrieb mit zwei bis fünf Mitarbeitern sind das rund 80–100 € netto. Eigene belegte Werte für einzelne Städte wie München haben wir nicht.
Wie hoch ist der Stundensatz eines Schreiners in Hessen?
Als Erfahrungswert aus dem Raum Main-Kinzig 75–90 € netto. Der Ecklohn eines Facharbeiters liegt in Hessen seit 01.02.2026 bei 22,15 € je Stunde.
Gibt es Stundensätze für Nordrhein-Westfalen?
Belegte Werte nur für NRW haben wir nicht. Als Orientierung gilt die bundesweite Spanne nach Betriebstyp. Ob dein Satz reicht, zeigt die Rechnung aus deinen eigenen Kosten.
Was verdient ein Schreinergeselle pro Stunde?
In Hessen 22,15 € Bruttolohn (Lohngruppe 6, seit 01.02.2026), in Bayern umgerechnet rund 19,88 € (Lohngruppe 1, 4. Gesellenjahr, seit 01.03.2025). Das ist der Lohn, nicht der Stundensatz: Mit Arbeitgeberanteilen, Urlaub, Feiertagen und Ausfallzeiten kostet die verkaufte Gesellenstunde den Betrieb in Hessen schon rund 36,83 €, bevor Halle, Maschinen und Büro bezahlt sind.
Was verlangt ein Schreiner-Monteur pro Stunde?
Viele Betriebe rechnen die Montage mit demselben Satz wie die Werkstatt ab, also in der Spanne der Tabelle oben. Sinnvoll ist, die Montage als eigene Position zu kalkulieren und die Anfahrt ab etwa 20 Kilometern getrennt zu berechnen.
Ist der Stundensatz netto oder brutto?
Unter Betrieben wird netto gerechnet, die Werte auf dieser Seite sind netto. Gegenüber Privatkunden muss der Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer genannt werden (Preisangabenverordnung). Kleinunternehmer nach § 19 UStG weisen keine Umsatzsteuer aus; bei ihnen ist der genannte Preis zugleich der Endpreis.