Materialaufschlag je Warengruppe
Der Aufschlag deckt ab, was mit Material an Arbeit verbunden ist: bestellen, abholen, lagern, Verschnitt, Reklamationen. Eine Palette Plattenware ist in einer Woche verbaut, ein Kubikmeter Eiche liegt erst ein halbes Jahr im Lager — beides ist Material, aber nicht dieselbe Sorte Arbeit. Deshalb ist der Aufschlag nicht für jede Warengruppe gleich.

Beispielwerte — so sieht der Bereich mit der Voreinstellung aus, die jedes neue Konto bekommt. Deine eigenen Aufschläge trägst du selbst ein.
Warum nicht überall dieselben Prozent
Eine Standardplatte, die dein Händler auf Lager hat, macht wenig Arbeit — zwanzig Prozent reichen. Eine Sonderbestellung in Furnier, die du anfragen, prüfen und zwischenlagern musst, rechtfertigt dreißig bis fünfunddreißig.
CraftFlow startet überall bei 30 Prozent. Das ist ein Kompromiss, kein Ergebnis: für die Lagerplatte zu viel, für die Sonderbestellung zu wenig. Solange du nichts änderst, rechnet auch die KI mit diesen 30 Prozent.
Was du hier einstellst, gilt als Vorgabe für neue Positionen. In der einzelnen Materialzeile kannst du jederzeit davon abweichen.
Aufschlag ist nicht dasselbe wie Spanne
Der Aufschlag rechnet vom Einkaufspreis nach oben. Die Spanne sagt, welcher Teil des Angebotspreises auf den Aufschlag entfällt. Beide Zahlen beschreiben denselben Euro, sind aber nie gleich groß: 30 Prozent Aufschlag sind gut 23 Prozent vom Angebotspreis.
Wichtig wird das, sobald du Zahlen vergleichst — mit einem Kollegen, einer Statistik oder einem Kunden, der fragt, „wie viel du am Material verdienst“. Klär zuerst, welche der beiden gemeint ist.
| Aufschlag | Einkauf | Im Angebot | Anteil am Angebotspreis |
|---|---|---|---|
| 20 % | 40,00 € | 48,00 € | 16,7 % |
| 30 % | 40,00 € | 52,00 € | 23,1 % |
| 35 % | 40,00 € | 54,00 € | 25,9 % |
Beispielrechnung mit einer Platte für 40 € netto im Einkauf. Anteil = Aufschlag ÷ (100 + Aufschlag).
Den eigenen Aufschlag herleiten
Ein Aufschlag, der nur geschätzt ist, stimmt selten. Die Rechnung dahinter ist kurz: Zähl für ein Jahr zusammen, was das Material dich außer dem Einkaufspreis kostet — die Stunden fürs Bestellen, Abholen und Einlagern, den Lagerplatz, den Verschnitt, der nicht schon in der Menge steckt, und Reklamationen. Zähl nur, was nicht schon in deinem Gemeinkostenzuschlag steckt. Teil die Summe durch deinen Materialeinkauf im selben Jahr: Das ist der Aufschlag, der diese Kosten deckt. Was du am Material verdienen willst, kommt obendrauf.
Trenn dabei nach Warengruppen, sobald sich die Arbeit deutlich unterscheidet. Die Plattenware vom Händler um die Ecke macht weniger Aufwand als Massivholz, das monatelang im Lager liegt, oder ein Beschlag, den du einzeln anfragen musst.
Die sechs Warengruppen in CraftFlow
Unter Einstellungen → Warenaufschläge stehen sechs Gruppen: Spanplatte / MDF, Massivholz, Furnier / HPL, Beschläge, Oberfläche / Lack und Sonstiges. Eigene legst du mit + Neue Gruppe an, etwa „Handelsware“.
Die KI ordnet jedes Material der passenden Gruppe zu. Das Ergebnis steht in der Materialzeile in der Spalte Aufschl.%. Passt es nicht, änderst du den Wert dort, wie unter Material in der Position ändern beschrieben.
Beispiel: Einbauschrank mit Blende aus Eiche
Angenommen, ein Einbauschrank braucht Material für 860 Euro netto: Dekorspanplatte, Beschläge und eine Blende aus Eiche massiv. Mit 30 Prozent auf alles stehen 1.118 Euro im Angebot.
Mit Aufschlägen je Gruppe verschiebt sich das Bild. Die Platten liegen beim Händler auf Lager, die Eiche musst du aussuchen, zuschneiden und teils wegwerfen. Jetzt trägt sie den Aufwand, den sie wirklich macht. Wie Material und Lohn im Angebot zusammenkommen, steht unter Angebot schreiben.
| Warengruppe | Einkauf | Aufschlag | Im Angebot |
|---|---|---|---|
| Spanplatte / MDF | 380,00 € | 20 % | 456,00 € |
| Beschläge | 220,00 € | 25 % | 275,00 € |
| Massivholz | 260,00 € | 35 % | 351,00 € |
| Summe | 860,00 € | — | 1.082,00 € |
Beispielwerte, keine Empfehlung. Zum Vergleich: mit 30 Prozent auf alles wären es 1.118,00 €.
Worauf du achten solltest
- Der Aufschlag ist keine Gewinnmarge, sondern deckt zuerst deine Beschaffungskosten. Wer ihn zu niedrig ansetzt, arbeitet beim Material umsonst.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Materialaufschlag beim Schreiner üblicherweise?
Für Plattenware vom Lager reichen oft um die 20 Prozent, für Massivholz und Sonderbestellungen eher 30 bis 35. CraftFlow startet in jeder Gruppe mit 30 Prozent, bis du eigene Werte einträgst.
Kann ich für ein einzelnes Material einen anderen Aufschlag nehmen?
Ja. In der Materialzeile änderst du den Wert in der Spalte Aufschl.% — das gilt dann nur für diese Zeile.
Sieht der Kunde meinen Materialaufschlag?
Nein. Einkaufspreis und Aufschlag stehen in der internen Kalkulation, die der Kunde nicht sieht.
Das gehört dazu
Passt dazu
Der Aufschlag ist die Stelle, an der Material Marge trägt. Wo er in der Vollkostenrechnung steht, zwischen Lohn je Kostenstelle, Gemeinkosten sowie Wagnis und Gewinn, steht auf Kalkulationsprogramm für Schreiner. Welche Sätze im Handwerk üblich sind und wie du deinen herleitest, steht im Ratgeber Materialaufschlag im Handwerk.
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