Aus gewonnenen Angeboten lernen
Wenn du die Zeiten eines Angebots regelmäßig in dieselbe Richtung korrigierst, ist das eine Aussage über deinen Betrieb. Dass du beim Bekanten immer zehn Minuten drauflegst, ist keine Laune, sondern deine Maschine. Die Lernschleife liest diese Aussage aus den Angeboten heraus, die du gewonnen hast, und passt die Zeitfaktoren an.
Warum nur gewonnene Angebote
Eine beliebige Korrektur ist mehrdeutig. War die Schätzung zu hoch, oder bekommt dieser eine Kunde einen Freundschaftspreis? Hast du Arbeit gestrichen, die trotzdem anfällt? Aus einer einzelnen Änderung lässt sich das nicht sagen.
Ein gewonnenes Angebot ist dagegen vom Markt bestätigt: Zu diesen Zeiten und diesem Preis hat ein Kunde zugesagt. Deshalb wertet die Schleife ausschließlich Projekte mit dem Status Gewonnen aus — höchstens die vierzig zuletzt bearbeiteten.
Was verglichen wird
Zu jedem gewonnenen Projekt nimmt CraftFlow die erste gespeicherte Fassung — den ursprünglichen Vorschlag — und stellt sie dem Endstand gegenüber. Je Position werden die Minuten nach Bereich zusammengezählt und die beiden Summen ins Verhältnis gesetzt.
Die Bereiche sind Werkstatt, Oberfläche und Montage. Zur Oberfläche zählt die gleichnamige Kostenstelle, zur Montage gehören Montage und Lieferung; alles andere — Zuschnitt, Bekantung, CNC, Zusammenbau, Verpacken, Azubistunden und deine eigenen Kostenstellen — fällt unter Werkstatt.
Nicht mitgezählt werden Besprechung, Planung, Konstruktion und Arbeitsvorbereitung. Diese Zeiten hängen am Projekt, nicht an deiner Geschwindigkeit in der Werkstatt.
Positionen, die nur in einer der beiden Fassungen stehen, werden übersprungen — sie wurden hinzugefügt oder gelöscht und sagen nichts über Zeiten. Auch wer Zeit von einer Kostenstelle auf eine andere im selben Bereich schiebt, verändert nichts: Gerechnet wird je Bereich, nicht je Kostenstelle.
Wie vorsichtig gerechnet wird
Erst ab drei Beobachtungen je Bereich wird überhaupt etwas verändert. Ein einzelnes Angebot ist kein Muster.
Gerechnet wird mit dem Median, nicht mit dem Durchschnitt — eine einzelne halbierte Position soll das Ergebnis nicht kippen. Verhältnisse, die extrem ausfallen (unter einem Drittel oder über dem Dreifachen), werden ganz verworfen: Da wurde eine Position zusammengefasst oder geleert, das ist keine Kalibrierung.
Und dann wird nur die halbe Strecke zum errechneten Ziel gegangen. Wer sofort ganz nachzieht, schwingt bei jedem Ausreißer durch. Außerdem sind die Faktoren fest gedeckelt: nicht unter 0,60 und nicht über 1,40. Die Schleife soll nachschleifen, nicht umwerfen.
Nachsehen, dann übernehmen
Nachsehen, was sich ändern würde rechnet, speichert aber nichts. Du siehst, wie viele gewonnene Angebote ausgewertet wurden, und je Bereich eine Zeile im Klartext: alter Wert, neuer Wert, aus wie vielen Angeboten er stammt und in welche Richtung es geht.
Ist zu wenig Material da, steht das da — und es ändert sich nichts. Erst Übernehmen schreibt die neuen Faktoren in deine Kalibrierung, und ab da rechnet jedes neue Angebot damit.
Einmal im Quartal nachziehen
- 1
Bei den Angeboten, zu denen der Kunde zugesagt hat, den Stand auf „Gewonnen“ setzen — auf der Projektseite im Reiter „Angebot“ über „Stand des Angebots“, bei älteren Angeboten ohne Projekt direkt in der Liste unter Projekte.
- 2
Einstellungen → Meine Zeiten öffnen und bis zu „Aus gewonnenen Angeboten lernen“ scrollen.
- 3
Auf „Nachsehen, was sich ändern würde“ klicken. Es steht dann da, wie viele Angebote ausgewertet wurden und was sich je Bereich verschieben würde.
- 4
Die Zeilen lesen und prüfen, ob die Richtung stimmt — rechnest du in der Montage wirklich großzügiger, als CraftFlow angenommen hat?
- 5
Passt es, auf „Übernehmen“ klicken. Passt es nicht, das Fenster einfach schließen: Ohne Klick auf Übernehmen bleibt alles, wie es war.
Wer nie auf „Gewonnen“ klickt, liefert kein Signal — die Schleife bleibt dann stumm, ohne dass ein Fehler vorliegt. Am ehesten gepflegt wird der Status direkt nach dem Anruf, in dem der Kunde zusagt.
Die Schleife lohnt sich, wenn ein paar gewonnene Angebote dazugekommen sind. Einmal im Quartal reicht — häufiger nachziehen bringt nichts, weil sich der Median kaum bewegt.
Worauf du achten solltest
- Verglichen wird gegen die erste gespeicherte Fassung eines Angebots. Gibt es zu einem Projekt keine solche Fassung, liefert es keine Beobachtung — auch wenn es gewonnen ist.
- Die Faktoren müssen einmal kalibriert sein. Ohne Betriebskalibrierung gibt es nichts, worauf die Schleife aufsetzen könnte, und Übernehmen meldet, dass noch nicht kalibriert wurde.
- Die Schleife lernt aus deinen Korrekturen — auch aus falschen. Wenn du Zeiten drückst, um einen Auftrag zu bekommen, lernt CraftFlow, dass du schneller arbeitest. Dagegen helfen Dämpfung und Deckelung, aber sie ersetzen nicht den Blick auf die Zeilen vor dem Übernehmen.
Das gehört dazu
Passt dazu
Diese Seite erklärt eine Funktion. Wie CraftFlow insgesamt rechnet — Material mit Aufschlag, Lohn je Kostenstelle, Gemeinkosten, Wagnis und Gewinn —, steht auf Kalkulationsprogramm für Schreiner. Und wenn der Stundensatz selbst die offene Frage ist: Die Rechnung dahinter führt der Ratgeber zum Stundensatz Schritt für Schritt durch, auch ohne Software.
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