Arbeitszeiten anpassen
Der wirksamste Hebel in jeder Kalkulation sind nicht die Materialpreise, sondern die Zeiten: Bei einem Möbel nach Maß steckt der größere Teil des Preises in der Arbeit, nicht in der Platte. Hier stehen sie, nach Bereichen gruppiert, jede mit deinem Stundensatz daneben.

Beispielkalkulation mit den voreingestellten Stundensätzen.
Nach Bereichen sortiert
Planung, Maschinenraum, Bankraum, Montage — jede Gruppe zeigt ihre Summe. So siehst du auf einen Blick, wo die Zeit hingeht: Wenn bei einem Dekormöbel elf Stunden im Bankraum stehen und zwei im Maschinenraum, stimmt etwas mit der Aufteilung nicht.
Eingetragen werden Minuten. Daneben steht, was daraus an Stunden und an Geld wird — mit dem Satz, den du für diese Kostenstelle hinterlegt hast.
Zeile löschen statt Null eintragen
Braucht eine Position eine Kostenstelle gar nicht, nimm sie mit dem × heraus. Eine Zeile mit null Minuten ist keine Aussage, eine fehlende Zeile schon — und in der Übersicht sieht man später, worauf gerechnet wurde.
Versehentlich die falsche Zeile erwischt? Sie bleibt ausgegraut stehen, und statt des × steht dort ein ↩ — 30 Sekunden lang holt ein Klick sie zurück.
Welche Kostenstelle wofür steht
Jede Zeitzeile gehört zu einer Kostenstelle. Wer die Zuordnung kennt, findet Fehler schneller: Zuschnitt ist Formatschnitt und Plattenteilung, Bekantung das Aufbringen der Kante, CNC Fräse und Maschinenrüstung, Zusammenbau Korpus bauen und Beschläge montieren, Oberfläche Schleifen, Lackieren, Ölen und Wachsen. Vor der Werkstatt stehen Besprechung, Planung, Konstruktion und Arbeitsvorbereitung, beim Kunden Montage und Lieferung.
Hast du keine CNC oder keine Kantenanleimmaschine und die Kostenstelle abgeschaltet, landet die Arbeit als Handarbeit mit dem Faktor 1,6 auf dem Zusammenbau. Steht bei dir also viel Zeit im Zusammenbau, kann das genau daher kommen. Die Sätze stellst du unter Kostenstellen und Stundensätze ein.
Beispiel: Oberfläche bei einer Eichenfront nachziehen
Angenommen, ein Sideboard mit Eichenfronten steht mit 60 Minuten Oberfläche in der Kalkulation. Du weißt aus der Werkstatt: Eiche mit Zwischenschliff und zwei Ölaufträgen braucht bei dieser Fläche eher zwei Stunden. Du trägst 120 Minuten ein.
Mit dem Startsatz für die Oberfläche von 72 €/h steigt die Position um eine Stunde, also um 72 € netto. Die Stunden gesamt oben steigen mit. Hast du die Stückzahl auf mehr als eins gesetzt, stehen die Minuten für alle Stück zusammen — die Zahl, die du einträgst, gilt dann für die ganze Menge.
| Kostenstelle | vorher | nachher | Satz (Startwert) | Unterschied |
|---|---|---|---|---|
| Oberfläche | 60 min | 120 min | 72 €/h | + 72,00 € |
Beispielrechnung mit dem Startsatz, den jedes neue Konto bekommt. Mit deinem eigenen Satz ändert sich der Betrag entsprechend.
Einzeln ändern oder den Betrieb einstellen
Eine Änderung in der Position gilt nur für dieses Angebot. Merkst du, dass du immer an derselben Stelle nachbesserst — etwa jede Montage um ein Drittel verlängerst —, gehört das in die Zeitfaktoren unter Einstellungen → Meine Zeiten. Dort gibt es getrennte Faktoren unter anderem für Werkstatt, Oberfläche und Montage, jeweils zwischen 0,50 und 3,00.
Zeitfaktoren ändern die Minuten und damit auch die Stunden gesamt. Willst du dagegen nur teurer verkaufen, ohne dass sich die Stunden ändern, ist der Preisfaktor das richtige Werkzeug. Und wenn du nach dem Auftrag die echten Stunden in der Nachkalkulation einträgst, schlägt CraftFlow ab vier Projekten in einem Bereich selbst einen neuen Zeitfaktor vor.
Wenn dir die Zeiten regelmäßig zu knapp oder zu großzügig vorkommen, ändere nicht jede Position von Hand. Dafür gibt es die Zeitfaktoren unter Einstellungen → Meine Zeiten — die wirken auf alles Neue.
Worauf du achten solltest
- Der Stundensatz daneben kommt aus deinen Einstellungen und lässt sich hier nicht ändern. Das ist Absicht: Ein Satz, der von Angebot zu Angebot schwankt, macht jede Nachkalkulation wertlos.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit kalkuliere ich als Schreiner für die Oberfläche?
Das hängt von Holzart und Aufbau ab. Als grober Praxiswert gelten für komplettes Ölen mit zwei Aufträgen etwa 20 bis 30 Minuten je Quadratmeter, für einen dreischichtigen Lackaufbau deutlich mehr. Deine eigenen Ist-Zeiten aus der Nachkalkulation sind der bessere Maßstab.
Was ist der Unterschied zwischen Zeitfaktor und Preisfaktor?
Ein Zeitfaktor ändert die Minuten und damit die Stunden gesamt. Der Preisfaktor ändert nur den Preis, Stunden und Stundensätze bleiben gleich.
Das gehört dazu
Passt dazu
Diese Seite erklärt eine Funktion. Wie CraftFlow insgesamt rechnet — Material mit Aufschlag, Lohn je Kostenstelle, Gemeinkosten, Wagnis und Gewinn —, steht auf Kalkulationsprogramm für Schreiner. Und wenn der Stundensatz selbst die offene Frage ist: Die Rechnung dahinter führt der Ratgeber zum Stundensatz Schritt für Schritt durch, auch ohne Software.
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