Preisuntergrenze und Satzabgleich
„Meine Kosten“ rechnet aus, was eine Stunde den Betrieb kostet. Die Kostenstellen bestimmen, was er dafür verlangt. Lange wusste keine der beiden Seiten von der anderen — ein Betrieb konnte ausrechnen, dass er 73,34 € braucht, und weiter mit 65 € kalkulieren, ohne dass irgendwo etwas aufleuchtet. Der Satzabgleich stellt beides nebeneinander und schlägt vor, was zu tun wäre.

Beispielwerte. Sieben Kostenstellen liegen unter der Preisuntergrenze; der Vorschlag hebt alle um denselben Faktor an.
Zwei Preiswelten, die nichts voneinander wussten
Gemessen am 21.09.2026 mit der damaligen Voreinstellung: Bei 5.000 € Unternehmerlohn lagen 10 von 15 Kostenstellen unter der eigenen Preisuntergrenze. Jede Montagestunde hätte den Betrieb 8,34 € gekostet — und nichts im Programm hätte etwas gesagt.
Genau das ist der Grund für diese Funktion. Sie rechnet und vergleicht, sie ändert nichts von allein.
Untergrenze und empfohlener Satz
Die Preisuntergrenze ist der Selbstkostensatz: Personalkosten je produktiver Stunde plus Gemeinkostenanteil je Stunde. Ohne Wagnis und Gewinn — genau hier ist die Null. Ein Auftrag zu diesem Preis bringt nichts ein, kostet aber auch nichts; jeder Cent darunter ist ein Verlust, den andere Aufträge tragen müssen.
Der empfohlene Satz ist die Untergrenze plus deinem Wagnis- und Gewinnzuschlag. Das ist der Satz, der tragen würde — nicht der, bei dem es gerade noch aufgeht.
Der Vorschlag hebt alle Sätze um denselben Faktor
Alle Sätze einfach auf die Untergrenze zu setzen wäre falsch: Die Unterschiede zwischen den Kostenstellen sind echt. Eine CNC-Stunde ist teurer als eine Zusammenbau-Stunde, weil die Maschine Geld kostet. Diese Verhältnisse hast du gesetzt, und sie bleiben erhalten.
Deshalb hebt der Vorschlag alle Sätze um denselben Faktor an — gerade so weit, dass die niedrigste Stelle den empfohlenen Satz erreicht. Aufgerundet wird dabei auf volle Euro; Stundensätze mit Cent sind im Handwerk unüblich.
Die Kostenstelle „Azubi“ ist der einzige Sonderfall: Dort steht jemand anderes, und ein Azubi kostet den Betrieb weniger. Sie wird an ihrem eigenen Kostensatz gemessen und bestimmt den Faktor nicht mit — sonst triebe ihr niedriger Satz alle anderen unnötig weit nach oben. Angehoben wird sie trotzdem mit: Ihre Kosten steigen genauso.
Gibt es keine Azubi-Gruppe in „Meine Kosten“, wird die Kostenstelle „Azubi“ übersprungen statt am Gesellensatz gemessen. Lieber keine Aussage als eine falsche.
Wann überhaupt gewarnt wird
Ein Hinweis, der bei jedem Cent erscheint, wird zur Tapete. Gemeldet wird deshalb erst ab zwei Prozent Unterdeckung — bei einem Satz von 65 € sind das 1,30 € je Stunde, und die summieren sich.
Gemessen wird dabei die Unterdeckung, nicht der Anhebungsfaktor. Der bezieht sich auf den empfohlenen Satz, also einschließlich Wagnis und Gewinn, und ist auch dann zweistellig, wenn die Kosten fast gedeckt sind. Wem zehn Cent zum Nulltarif fehlen, soll deswegen keine Warnung sehen — er verdient nur nichts daran.
Ein Satz für alles oder vier Sätze je Phase
Was eine Stunde kostet, hängt davon ab, wer sie macht. Trotzdem braucht das nicht jeder Betrieb einzeln zu hinterlegen: Für einen Solo-Betrieb und für jeden Betrieb ohne Azubis ist ein Mischsatz exakt richtig — null Einstellung, null Fehler.
CraftFlow bietet die Zuordnung deshalb erst an, wenn sie etwas ändert: wenn die Sätze im Betrieb um mindestens 15 % auseinanderliegen. Darunter bringt die Zuordnung weniger Genauigkeit, als die Unsicherheit der Zeitschätzung ohnehin hat.
Und dann reichen vier Felder statt fünfzehn — die vier Phasen, die es ohnehin gibt. Vorgeschlagen wird nur eines davon, das Büro: Dass Planung, Besprechung und Arbeitsvorbereitung beim Inhaber oder beim teuersten Kopf liegen, ist überall gleich. Ob der Azubi mit auf Montage fährt oder die Oberfläche macht, weiß CraftFlow nicht — und zu raten, was du besser weißt, wäre genau die Bequemlichkeit, die stille Fehler erzeugt.
| Betrieb | Mischsatz | Satz des Gesellen | Fehler |
|---|---|---|---|
| Solo-Betrieb | 68,17 € | 68,17 € | 0,0 % |
| 2 Gesellen | 68,17 € | 68,17 € | 0,0 % |
| 3 Gesellen + 1 Azubi | 59,67 € | 68,17 € | −12,5 % |
| 1 Geselle + 2 Azubis | 42,21 € | 68,17 € | −38,1 % |
Beispielrechnung mit den Voreinstellungen, nicht die Zahlen eines echten Betriebs. Der Mischsatz ist nach Stunden gewichtet, nicht nach Köpfen: Ein Azubi mit 973 verkaufbaren Stunden darf den Satz nicht so stark drücken wie ein Geselle mit 1.505.
Übernehmen rechnet der Server neu
Die Oberfläche schickt beim Übernehmen nur „mach es“. Welche Sätze dabei herauskommen, entscheidet der Server aus deiner gespeicherten Kostenstruktur — sonst ließe sich über diesen Weg jeder beliebige Stundensatz setzen, und deine Zustimmung bezöge sich auf etwas anderes als das, was passiert.
Hat sich zwischen Anzeige und Klick etwas verschoben, wird nichts geändert und du siehst die neuen Zahlen. Übernehmen darf nur der Inhaber des Betriebs. Den Abgleich mit der Untergrenze sieht nur der Inhaber; Mitarbeiter sehen die Stundensätze ohne Warnung.
Die Sätze einmal gegen die eigenen Kosten prüfen
- 1
Zuerst Einstellungen → Meine Kosten ausfüllen. Ohne Kostenstruktur gibt es keine Untergrenze, gegen die sich prüfen ließe.

- 2
Dann Einstellungen → Kostenstellen öffnen. Oben steht, ob und wie viele Stellen unter deiner Preisuntergrenze liegen.

- 3
Die Liste der unterdeckten Stellen durchgehen — die größte Lücke steht zuerst.
- 4
Den Vorschlag ansehen: Er nennt je Stelle den alten und den neuen Satz und sagt, um wie viel Prozent alle steigen müssten.
- 5
Passt es, übernehmen. Passt es nicht, die Sätze einzeln von Hand setzen — die Kostenstellen bleiben frei einstellbar.
„140 Prozent Zuschlag“ sagt niemandem etwas, „50.236 € Gemeinkosten im Jahr“ schon. Wer seine Halle und seinen Transporter kennt, sieht an dieser Zeile sofort, ob seine Kostenrechnung hinkommt.
Die Preisuntergrenze bewegt sich mit der Entnahme, der Kopfzahl und den Gemeinkosten. Wer dort etwas ändert, sollte einen Blick auf die Kostenstellen werfen — die Sätze ziehen nicht von selbst nach.
Worauf du achten solltest
- Ohne eingerichtete Kostenstruktur gibt es keinen Abgleich. Der Knopf meldet dann, dass zuerst „Meine Kosten“ gefüllt werden muss.
- Der Vorschlag hebt alle aktiven Kostenstellen an, auch die, die schon über der Grenze liegen. Das ist gewollt: Die Verhältnisse zwischen den Stellen bleiben erhalten.
- Geänderte Sätze wirken auf NEUE Positionen. Bestehende Angebote behalten die Sätze, mit denen sie gerechnet wurden.
- Die Preisuntergrenze enthält kein Wagnis und keinen Gewinn. Wer genau auf ihr anbietet, arbeitet zum Selbstkostenpreis.
Das gehört dazu
Passt dazu
Diese Seite erklärt eine Einstellung — einmal gemacht, danach steht sie. Was CraftFlow damit anfängt, sobald alles hinterlegt ist, steht auf Schreiner-Software.
Alle Funktionen ansehen →