Deckungsbeitrag je Auftrag: Was übrig bleibt
„Hat sich der Auftrag gelohnt?“ ist keine Frage nach dem Preis, sondern nach dem, was nach Material und Löhnen übrig bleibt. Genau das rechnet der Deckungsbeitrag — in zwei Stufen, damit du siehst, an welcher Stelle es eng wird. Er steht in der Nachkalkulation jedes Projekts und entscheidet auch mit, wie viel Nachlass du dir leisten kannst.

Reiter Nachkalkulation, Kasten Deckungsbeitrag: Angebotssumme minus Material, Lohnkosten und Gemeinkosten — hier bleiben 1.518,82 € übrig, darunter die Preisuntergrenze. Beispielwerte aus dem Testkonto.
Die Staffel, Zeile für Zeile
Gerechnet wird von oben nach unten: vom Erlös gehen erst die Kosten ab, die eindeutig an diesem Auftrag hängen, dann die, die sich der Auftrag mit allen anderen teilt.
| Zeile | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Angebotssumme | Der Nettobetrag des Auftrags, über alle Angebote des Projekts, ohne Alternativpositionen |
| − Material (Einkauf) | Der Einkaufspreis ohne deinen Aufschlag — verglichen wird Rechnung gegen Rechnung |
| − Fremdleistungen | Maler, Elektriker, Subunternehmer: fremde Arbeitszeit, keine zugekaufte Ware |
| = Deckungsbeitrag 1 | Was bleibt, um Löhne und Gemeinkosten zu bezahlen |
| − Lohnkosten | Deine Ist-Stunden mal deinem KOSTENsatz, nicht mal dem Verkaufssatz |
| = Deckungsbeitrag 2 | Was bleibt, um Miete, Strom, Fahrzeuge und Maschinen zu bezahlen |
| − Gemeinkosten | Der Anteil dieses Auftrags an Miete, Strom, Maschinen |
| = Bleibt übrig | Das Ergebnis des Auftrags |
Zugekaufte Ware gehört ins Material, nicht zu den Fremdleistungen — sonst wäre sie doppelt abgezogen. Ein leeres Feld bei den Fremdleistungen heißt „nicht gemeldet“, eine eingetragene Null heißt „keine gehabt“.
Warum DB 2 die Zahl ist, auf die es ankommt
Der Deckungsbeitrag 1 braucht keine Kostensätze und ist deshalb immer da. Aussagekräftig ist er beim Schreiner trotzdem kaum: Der Materialanteil liegt bei 30 bis 50 %, DB 1 landet also regelmäßig über der Hälfte des Erlöses — und sagt für sich genommen wenig.
DB 2 ist die Zahl, die zählt. Sie sagt: Nach Material und Lohn bleibt so viel übrig, um Miete, Strom, Fahrzeuge und Maschinen zu bezahlen. Darunter steht dann noch, was nach dem Gemeinkostenanteil wirklich übrig bleibt.
Ohne „Meine Kosten“ gibt es nur DB 1
Alles ab DB 2 braucht deinen Kostensatz — also was eine Stunde den Betrieb kostet, nicht was du dafür verlangst. Ist die Kostenstruktur nicht eingerichtet, bleiben diese Zeilen leer, und an ihrer Stelle steht der Weg dorthin.
Das ist Absicht: Eine geschätzte Zahl wäre hier schlimmer als keine. Sie sähe aus wie eine Auskunft.
Zwei Fragen, nicht zwei Versionen derselben
Über der Staffel steht eine zweite Zahl, die leicht zu verwechseln ist: die Über- oder Unterdeckung. Sie rechnet mit deinen Verkaufssätzen und beantwortet „habe ich genug berechnet?“ — zum Beispiel: Nach deinen Sätzen hätte der Auftrag 4.521 € kosten müssen, berechnet hast du 3.676 €, also 845 € zu wenig.
Der Deckungsbeitrag darunter rechnet mit Kostensätzen und beantwortet „was ist übrig geblieben?“. Beide Zahlen bleiben nebeneinander stehen, weil es zwei verschiedene Fragen sind. Die Überdeckung mit „Verdient“ zu beschriften wäre falsch: In deinem Stundensatz stecken Gemeinkosten, Wagnis und Gewinn schon drin.
Der Deckungsbeitrag im laufenden Angebot
Auch während du kalkulierst, gibt es eine Schätzung davon — sie steht hinter dem Nachlassfeld und sagt, wie viel Prozent des Verdienstes ein Nachlass auffrisst. Gerechnet wird dort überschlägig mit dem Mischsatz, weil die Stunden sich in Wahrheit auf Phasen mit verschiedenen Sätzen verteilen.
Alternativpositionen bleiben auf beiden Seiten dieser Rechnung außen vor. Sie sind ein Vorschlag, kein Auftrag — würden ihre Stunden von einem Erlös abgezogen, den sie nicht enthalten, wäre der geschätzte Deckungsbeitrag tief negativ und der Hinweis verschwände kommentarlos.
Keine Arbeit ist teurer als Arbeit zum Deckungsbeitrag
Ein Auftrag kann DB 2 decken und am Ende trotzdem im Minus stehen. In einer leeren Werkstatt ist er dann immer noch besser als kein Auftrag: Er trägt zu Miete und Maschinen bei, auch wenn er keinen Gewinn bringt. Genau das schreibt CraftFlow unter die Staffel, im Klartext.
Deckt er nicht einmal Material und Löhne, steht das ebenso da — dann hat jede Stunde daran den Betrieb Geld gekostet. Ohne die Zahl bleibt es Bauchgefühl, und im Zweifel sagt man nein zu einem Auftrag, der geholfen hätte.
Der Deckungsbeitrag ist nur so gut wie der Materialbetrag darin. Aus den Lieferantenrechnungen kommt er geprüft statt geschätzt — und zwar in genau das Feld, das hier abgezogen wird.
Worauf du achten solltest
- DB 2, Gemeinkostenanteil, Ergebnis und Preisuntergrenze bleiben leer, solange „Meine Kosten“ nicht eingerichtet ist. Das ist kein Fehler, sondern die Weigerung zu raten.
- DB 2 und die Preisuntergrenze sieht nur der Inhaber — Mitarbeiter sehen Soll und Ist der Stunden, Material und DB 1.
- Gerechnet wird mit den Kostensätzen, die zum Zeitpunkt der Rückmeldung galten — nicht mit den heutigen. Sonst würde ein abgeschlossener Auftrag über Nacht zum Verlust, nur weil du später deine Kosten nachgezogen hast.
- Der Deckungsbeitrag im Angebotsfenster ist eine Näherung mit dem Mischsatz. Die genaue Zahl steht erst in der Nachkalkulation, wenn die Ist-Zeiten gemeldet sind.
Das gehört dazu
Passt dazu
Diese Seite erklärt eine Funktion. Wie CraftFlow insgesamt rechnet — Material mit Aufschlag, Lohn je Kostenstelle, Gemeinkosten, Wagnis und Gewinn —, steht auf Kalkulationsprogramm für Schreiner. Und wenn der Stundensatz selbst die offene Frage ist: Die Rechnung dahinter führt der Ratgeber zum Stundensatz Schritt für Schritt durch, auch ohne Software.
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