Deinen Betrieb kalibrieren
CraftFlow bringt Zeitrichtwerte mit, die für kaum einen Betrieb genau stimmen: Zwei Schreinereien mit derselben Maschinenausstattung brauchen für denselben Einbauschrank unterschiedlich lange — je nach Routine, Einrichtung der Werkstatt und eigenem Anspruch an die Oberfläche. Die Kalibrierung fragt deshalb nach, wie du arbeitest, und übersetzt deine Antworten in vier Faktoren, mit denen ab dann jede Kalkulation rechnet.

Die Fragen unter Einstellungen → Meine Zeiten. Angekreuzt ist, was im Betrieb wirklich steht.
Die Fragen zum Betrieb
Welche Maschinen hast du? — Formatkreissäge, Kantenanleimmaschine, CNC, Lackierkabine oder keine davon, Mehrfachauswahl. Das ist keine Statistik: Ohne CNC oder Kantenanleimmaschine schaltet CraftFlow beim Speichern die Kostenstellen „CNC“ und „Bekantung“ ab — und wieder an, sobald du die Maschine hier ankreuzt. Die Zeit verschwindet dabei nicht, sie wandert mit Zuschlag auf die Handarbeit.
Was baust du? — elf Kategorien von Einbauschränken über Küchen und Innentüren bis Treppen, ebenfalls Mehrfachauswahl. Danach richtet sich, an welchem Referenzprojekt du gemessen wirst; der Kasten darunter wechselt sofort mit, noch bevor du speicherst.
Montierst du selbst beim Kunden? — immer, manchmal oder nie.
Einzelstücke oder auch größere Stückzahlen? — diese eine Frage ändert deine Kalkulation ausdrücklich nicht. Sie hilft zu verstehen, wofür CraftFlow gebraucht wird.
Ohne Lackierkabine
Die Kostenstelle „Oberfläche“ bleibt an, auch wenn du keine Kabine hast — Ölen, Wachsen und Schleifen machst du weiter selbst. Lackierte Flächen rechnet CraftFlow dann als Zukauf-Material, dessen Quadratmeterpreis du selbst einträgst. Das ist der ehrlichere Weg, als eine Kabine zu unterstellen, die es nicht gibt.
Deine vier Zeitfaktoren
Unten auf der Seite stehen sie im Klartext: Werkstatt (Zuschnitt, Bekantung, CNC, Zusammenbau), Oberfläche (Lackieren, Ölen, Schleifen), Massivholz (Zuschlag bei Massivholzmöbeln) und Montage (Montage vor Ort und Lieferung). Neben jedem steht ein Satz wie „ich rechne diese Zeiten 20 % großzügiger als die CraftFlow-Werte“ — oder „noch nicht kalibriert“, solange der Faktor auf 1,00 steht.
Aus den Antworten entstehen Faktoren zwischen 0,60 und 1,40. Das ist Absicht: Die Antwortbänder sind genau auf diesen Bereich zurückgerechnet, und eine Kalibrierung soll nachschleifen, nicht umwerfen.
Von Hand darfst du weiter gehen — 0,50 bis 3,00 je Faktor. Trag den Wert ein und klicke auf Faktoren von Hand übernehmen; der Knopf wird erst aktiv, wenn sich etwas geändert hat. Ab da gilt deine Zahl statt der abgeleiteten.
| Faktor | Bewegt diese Kostenstellen |
|---|---|
| Werkstatt | Zuschnitt, Bekantung, CNC, Zusammenbau, Produktion, Warenhandling, Verpacken, Azubi — und jede Kostenstelle, die du selbst angelegt hast |
| Oberfläche | Oberfläche |
| Massivholz | Kommt bei Massivholzmöbeln auf Werkstatt und Oberfläche obendrauf, ersetzt sie nicht |
| Montage | Montage, Lieferung |
| Keiner | Besprechung, Planung, Konstruktion, Arbeitsvorbereitung |
Die letzte Zeile ist Absicht: Der Fixsockel bleibt, wie er ist. Ein Aufmaß dauert nicht kürzer, weil die Werkstatt schnell ist. Dass „alles andere“ den Werkstattfaktor bekommt und nicht eine feste Liste, hat einen Grund — sonst blieben eigene Kostenstellen wie „Furnieren“ oder „Polieren von Hand“ still unkalibriert.
Zwei Knöpfe, zwei Bedeutungen
Speichern und neu berechnen nimmt deine Antworten und rechnet die vier Faktoren daraus neu aus. Faktoren von Hand übernehmen speichert die Zahlen, die du selbst eingetragen hast.
Wer von Hand gestellt hat und danach oben etwas anklickt und „Speichern und neu berechnen“ drückt, bekommt wieder die abgeleiteten Werte. Die Handarbeit ist dann überschrieben — das ist kein Fehler, sondern genau, was der Knopf sagt.
„Weiß ich gerade nicht“ ist erlaubt
Bei den Fragen am Referenzprojekt kannst du das ausdrücklich ankreuzen. In diesem einen Bereich rechnet CraftFlow dann mit seinem eigenen Wert weiter, und du trägst es nach, wenn du es weißt. Eine geratene Antwort wäre schlechter als keine.
Einmal sauber kalibrieren
- 1
Einstellungen → Meine Zeiten öffnen.
- 2
Maschinen ankreuzen, die wirklich in der Werkstatt stehen. Was fehlt, stellt CraftFlow beim Speichern auf Handarbeit um.
- 3
Unter „Was baust du?“ alles wählen, was regelmäßig vorkommt. Der Referenzkasten darunter wechselt sofort auf das passende Möbel.
- 4
Montage und Stückzahlen beantworten, dann die Fragen am Referenzprojekt durchgehen — dort geht es um deine Preise und deine Montagedauer.
- 5
Auf „Speichern und neu berechnen“ klicken und unten nachsehen, welche vier Faktoren dabei herausgekommen sind. Lies die Sätze daneben: Sie sagen in Prozent, was sich ändert.
Jede Kalkulation vor der Kalibrierung rechnet mit CraftFlow-Werten. Die Zeit, die du hier einmal investierst, sparst du beim Nachkorrigieren in jedem einzelnen Angebot.
Zeitfaktoren verändern auch „Stunden gesamt“ — der Kunde sieht am Ende mehr Stunden. Wenn du nur einen höheren Preis willst, ist der Preisfaktor der richtige Weg.
Worauf du achten solltest
- „Speichern und neu berechnen“ überschreibt von Hand eingetragene Faktoren mit den aus den Antworten abgeleiteten. Wer seine eigenen Zahlen behalten will, nimmt danach wieder „Faktoren von Hand übernehmen“.
- Aus den Fragen entstehen nie Werte unter 0,60 oder über 1,40. Wer weiter davon entfernt liegt, trägt die Zahl selbst ein — bis 0,50 nach unten und 3,00 nach oben.
- Die Frage nach Einzelstücken oder Serien verändert die Kalkulation nicht. Die Mengenstaffel hängt an der Stückzahl der Position, nicht an dieser Antwort.
- Die Lernschleife setzt auf die Kalibrierung auf. Ohne sie gibt es nichts, was nachgezogen werden könnte.
Das gehört dazu
Passt dazu
Diese Seite erklärt eine Funktion. Warum CraftFlow überhaupt mit den Werten deines Betriebs rechnet statt mit Durchschnitten aus dem Internet, steht auf Schreiner-Software — und die Rechnung hinter dem Stundensatz im Ratgeber.
Alle Funktionen ansehen →