Das hast du schon einmal gebaut
„Ich baue ein ähnliches Möbel wie damals bei Schambach“ — und was damals wirklich passiert ist, steht längst in CraftFlow. Das Projektgedächtnis sucht beim Kalkulieren nach vergleichbaren, abgeschlossenen Projekten, zeigt, was sie gelehrt haben, und lässt dich ihre Positionen in das neue Angebot holen.

Beispieldaten. Der Kasten steht beim Kalkulieren unter den Positionen und nennt, wie weit die Wirklichkeit damals neben der Kalkulation lag.
Warum vier Regler nicht reichen
Die Zeitfaktoren sind ein grobes Werkzeug: Wer die Montage um 20 % anhebt, verteuert jede Montage — die einfache Fensterbank genauso wie die Treppe im Altbau. Ein Betrieb, der Verschiedenes baut, lernt damit fast nichts, weil sich die Abweichungen gegenseitig aufheben.
Was ein Schreiner dagegen weiß, klingt anders: „Lamellenwände dauern bei uns länger, als jede Tabelle sagt.“ Diese Information steckt längst in den Nachkalkulationen — sie war nur nie einem Möbeltyp zugeordnet, sondern immer nur einem Bereich.
Welche Projekte überhaupt zählen
Ein Projekt kommt nur infrage, wenn es gewonnen und nachkalkuliert ist. Ein verlorenes Angebot wurde nie gebaut und sagt nichts über den Aufwand; ein gewonnenes ohne Rückmeldung sagt nur, was wir damals geschätzt haben — das wüsste man auch ohne Gedächtnis.
Gesucht wird in den zuletzt bearbeiteten Rückmeldungen; wie ein Betrieb vor drei Jahren gearbeitet hat, sagt wenig darüber, wie er heute arbeitet. Und es braucht ein gespeichertes Soll: Ohne Vergleichsgröße lässt sich nichts sagen.
Wie Ähnlichkeit gemessen wird
Die Gewichte sind eine fachliche Aussage, keine Mathematik: Der Möbeltyp entscheidet am meisten — eine Treppe ist keine Küche —, die Bauart danach, die Größe zuletzt. Ein Schrank bleibt ein Schrank, ob er zwei oder drei Meter breit ist.
Ohne Übereinstimmung beim Möbeltyp gibt es gar keinen Treffer. Eine Treppe hilft bei einer Küche auch dann nicht, wenn beide aus Eiche sind.
| Merkmal | Gewicht |
|---|---|
| Möbeltyp (gemeinsame Wörter der Bezeichnung) | 60 % |
| Massivholz ja oder nein | 20 % |
| Material | 10 % |
| Größe in Laufmetern | 10 % |
Angezeigt werden höchstens drei Projekte, und nur ab einer Nähe von 0,4. Bei gleicher Nähe kommt das jüngere zuerst. Bei der Größe gilt alles innerhalb des Doppelten als vergleichbar, linear abnehmend.
Was die KI davon mitbekommt
Beim Kalkulieren bekommt die KI einen kurzen Block mit den gefundenen Projekten: je Phase die tatsächlich gebrauchte Zeit neben der damals kalkulierten, dazu das Material. Der Block nennt Tatsachen und überlässt der KI den Schluss — eine Anweisung wie „rechne 30 % mehr“ würde aus einem einzelnen Projekt eine Regel machen.
In diesen Block kommen ausdrücklich nur Projekte mit gemeldeten Zeiten. Ohne Rückmeldung stünden dort die kalkulierten Zeiten — also genau das, was die KI selbst geschätzt hätte, nur mit dem Anschein einer Messung. Das wäre schlimmer als gar kein Block.
Der Kundenname steht im Kasten, damit du das Projekt wiedererkennst. In den Prompt geht er nie.
Positionen übernehmen: Zeiten von damals, Sätze von heute
Jedes gefundene Projekt lässt sich aufklappen; darunter stehen seine Positionen einzeln, jede mit einem Knopf zum Übernehmen. Die Position wandert dann mitsamt Material und Zeiten in dein neues Angebot.
Die Minuten bleiben, wie sie waren — sie stammen aus einem wirklich gebauten Möbel und sind durch die Nachkalkulation belegt. Sie noch einmal durch die Zeitfaktoren zu schicken hieße, eine Messung wie eine Schätzung zu behandeln.
Die Stundensätze dagegen sind die von heute. Sonst hätte ein Betrieb, der seine Sätze erhöht hat, unbemerkt zu Vorjahrespreisen angeboten, und niemand hätte es der Position angesehen.
Für die Übernahme reicht ein passendes früheres Projekt auch ohne Rückmeldung: Eine alte Position ist auch dann eine brauchbare Vorlage. Nur in den Block für die KI kommt sie nicht.
Nichts passiert von selbst
Der Kasten zeigt und bietet an. Übernommen wird auf Klick, und was die KI daraus macht, steht in der Begründung der Position. Automatisch übernommen würde sich ein einzelner Ausreißer zur Regel verfestigen, und niemand sähe, woher eine Zahl kommt.
Ein ähnliches Möbel noch einmal kalkulieren
- 1
Ein neues Angebot beginnen und das Projekt beschreiben wie immer.
- 2
Sobald die Kalkulation steht, erscheint im Reiter Kalkulation unter den Positionen der Kasten „Das hast du schon einmal gebaut“ — sofern es passende abgeschlossene Projekte gibt. Den Kasten gibt es nur am Computer.

- 3
Die Zeile lesen: Sie sagt, wie weit die Wirklichkeit damals neben der Kalkulation lag, je Phase und beim Material.
- 4
Das Projekt aufklappen, um seine Positionen zu sehen.
- 5
Einzelne Positionen mit „übernehmen“ ins neue Angebot holen — Material und Zeiten kommen mit, die Sätze sind deine heutigen.
- 6
Die übernommenen Positionen auf das neue Möbel anpassen: Maße, Stückzahl, Ausstattung.
Ohne Nachkalkulation bleibt der Kasten leer. Jede gemeldete Ist-Zeit macht ihn ein Stück brauchbarer — und zwar dauerhaft, nicht nur für das eine Projekt.
Gesucht wird über die Wörter der Bezeichnung. „Einbauschrank Flur Eiche“ findet später wieder Einbauschränke; „Projekt 17“ findet nichts.
Worauf du achten solltest
- Ein Projekt ohne den Status „Gewonnen“ taucht hier nie auf, auch wenn es gebaut wurde. Der Status ist die ganze Voraussetzung.
- Rückmeldungen aus der Zeit vor dem 22.09.2026 tragen kein gespeichertes Soll. Sie sind nicht verloren, lassen sich aber nicht vergleichen und fallen deshalb durch.
- Ohne Treffer beim Möbeltyp gibt es keinen Treffer. Zwei Projekte aus demselben Material, aber verschiedener Art, gelten nicht als ähnlich.
- Eine übernommene Position ist eine Vorlage, kein Ergebnis. Maße, Stückzahl und Ausstattung gehören geprüft, bevor das Angebot hinausgeht.
Das gehört dazu
Passt dazu
Diese Seite erklärt eine Funktion. Wie CraftFlow insgesamt rechnet — Material mit Aufschlag, Lohn je Kostenstelle, Gemeinkosten, Wagnis und Gewinn —, steht auf Kalkulationsprogramm für Schreiner. Und wenn der Stundensatz selbst die offene Frage ist: Die Rechnung dahinter führt der Ratgeber zum Stundensatz Schritt für Schritt durch, auch ohne Software.
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