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Angebot·seit 23. September 2026

Nachlass und Skonto

Am Ende eines Gesprächs steht oft die Frage nach „ein paar Prozent“. Dass die nicht vom Gewinn, sondern vom Preis abgehen, weiß jeder — was das für den Auftrag bedeutet, sieht man dem Prozentsatz aber nicht an. Deshalb steht im Angebot neben dem Nachlassfeld, wie viel Prozent deines Verdienstes dieser Nachlass auffrisst — und zwei Grenzen: bis wohin dir noch Gewinn bleibt und ab wann du nicht einmal mehr Material und Lohn deckst.

Zu finden unterAngebot → Summenblock (Nachlass) · Rechnungen → Skonto
Nachlass und Skonto

Beispielangebot mit 5 % Nachlass: 271,39 € weniger, das sind hier 12 % von dem, was der Auftrag einbringt. Darunter die zwei Grenzen — bis 15,4 % bleibt Gewinn, ab 41,9 % sind nicht einmal Material und Lohn gedeckt. Beispielwerte aus dem Testkonto.

Ein Nachlass geht vom Preis ab, verdient wird am Deckungsbeitrag

„Fünf Prozent“ klingt nach einem Zwanzigstel. Es ist mehr — denn der Nachlass wird vom vollen Preis abgezogen, während dein Verdienst nur der Teil ist, der nach Material und Löhnen übrig bleibt.

Betrag
Angebotssumme netto8.593 €
− Material2.239 €
− Lohnkosten4.088 €
= bleibt übrig2.266 €
5 % Nachlass430 € — das sind 19 % dessen, was übrig bleibt
10 % Nachlass859 € — das sind 38 % dessen, was übrig bleibt

Gerechnet an der Referenzküche, die CraftFlow zur Kalibrierung mitbringt — nicht an einem echten Auftrag. Bei deinem Angebot steht die Zahl live neben dem Nachlassfeld.

Zwei Grenzen: Gewinn und Draufzahlen

Unter dem Feld stehen zwei Sätze, je Angebot aus deinen Betriebskosten gerechnet. Der erste: „Bis X % Nachlass bleibt dir noch Gewinn. Darüber arbeitest du ohne Gewinn.“ Dafür zählt CraftFlow zu Material und Lohn auch deine Gemeinkosten — Miete, Fahrzeuge, Maschinen. Der zweite: „Ab Y % deckst du nicht einmal mehr Material und Lohn.“ Dann ist der ganze Deckungsbeitrag weg — bei der Referenzküche oben wären das 26,4 %.

Die erste Grenze zeigt CraftFlow erst, wenn du unter „Meine Kosten“ deine laufenden Betriebskosten eingetragen hast. Bis dahin steht dort genau das als Hinweis, statt einer geratenen Zahl.

Ein vereinbartes Skonto geht von beiden Grenzen ab, weil es obendrauf kommt — und zwar richtig gerechnet: Das Skonto zieht der Kunde vom bereits geminderten Betrag ab.

Beide Zahlen sind überschlägig, nicht auf den Cent — und das steht auch dort. Genau darum geht es: den Spielraum zu kennen, bevor man ihn im Gespräch verschenkt.

Liegt der eingetragene Nachlass über der ersten Grenze, steht dort: „Gewinn bleibt dir damit keiner mehr.“ Liegt er über der zweiten, wechselt der Hinweis die Farbe und sagt es ausdrücklich: „Damit zahlst du an diesem Auftrag drauf.“ Verboten wird nichts — es gibt gute Gründe für einen Nachlass, und keine Arbeit ist teurer als Arbeit zum Deckungsbeitrag. Nur blind soll ihn niemand geben.

Wo der Nachlass in der Summe steht

Im Summenblock erscheinen zwei zusätzliche Zeilen: der Abzug in Euro und der Nettobetrag nach Nachlass. Die Mehrwertsteuer wird erst danach gerechnet — das Finanzamt rechnet ohnehin vom geminderten Entgelt (§ 10 Abs. 1 UStG), andersherum wäre die Steuer zu hoch.

Den Nachlass trägst du wahlweise in Prozent oder als festen Euro-Betrag ein — es gilt immer nur eins. Tippst du in das eine Feld, leert sich das andere und zeigt grau, was der Nachlass dort ergibt. Prozent gehen von 0 bis 100 %. Ein Euro-Betrag wird genau auf den Cent abgezogen, nicht über einen gerundeten Prozentsatz; im PDF heißt die Zeile dann „abzgl. Nachlass“ ohne Prozentangabe.

Steht in beiden Feldern nichts, bleibt der Summenblock unverändert, und im Angebot steht keine Nachlasszeile.

Der Nachlass geht mit, wenn aus dem Angebot eine Auftragsbestätigung oder Rechnung wird: Sie zeigen dieselben Nachlasszeilen und dieselbe Summe wie das Angebot — auch jede Abschlagsrechnung trägt ihren Anteil als eigene Nachlasszeile. So passt am Ende alles zusammen: Abschläge plus Schlussrechnung ergeben genau die Auftragssumme.

Skonto ist ein Nachlass mit anderem Namen

2 % Skonto bei 10 statt 30 Tagen heißt: Du bezahlst 2 % des Rechnungsbetrags dafür, zwanzig Tage früher an dein Geld zu kommen. Aufs Jahr gerechnet ist das mehr als jeder Kontokorrentkredit.

Das kann sich trotzdem lohnen — wenn die Alternative ein teurer Dispo ist oder der Kunde sonst gar nicht zahlt. Auch hier gilt: sichtbar machen, nicht verbieten.

SkontoSkontofristZahlungszielEffektiver Jahreszins
2 %10 Tage30 Tage36,73 %
2 %14 Tage30 Tage45,92 %
3 %10 Tage30 Tage55,67 %
2 %10 Tage60 Tage14,69 %

Die kaufmännische Näherungsformel, die in jedem Handbuch steht. Sie überschätzt leicht gegenüber der Zinseszinsrechnung, ist für die Frage „ist das teurer als mein Dispo?“ aber genau genug. Sind Skontofrist und Zahlungsziel gleich, gibt es keinen Zeitvorteil und damit keinen Zins.

Was auf der Rechnung stehen muss

Eine im Voraus vereinbarte Entgeltminderung gehört auf die Rechnung (§ 14 Abs. 4 Nr. 7 UStG). Die Angabe der Konditionen genügt — CraftFlow schreibt den Betrag trotzdem dazu, weil der Kunde ihn sonst selbst rechnet und sich dabei vertut.

Prozentsatz und Frist trägst du je Rechnung unter Rechnungen ein; ohne Vereinbarung bleiben beide Felder auf 0 und im Dokument steht keine Skontozeile.

Kommen Nachlass und Skonto zusammen, rechnet das Skonto auf den bereits geminderten Betrag — so steht es auf jeder Rechnung. Beide Prozentsätze zu addieren wäre zu viel.

Tipp · Lieber Leistung streichen als Prozente geben

Ein Nachlass kostet reinen Deckungsbeitrag. Eine Position weniger oder eine einfachere Ausführung kostet Material und Zeit — und lässt deinen Verdienst stehen. Für den Kunden ist der Preis derselbe.

Tipp · Die Grenze vor dem Gespräch kennen

Die Gewinngrenze unter dem Feld ist die Zahl, mit der man in ein Preisgespräch geht. Wer sie erst danach nachschlägt, hat sie meist schon überschritten.

Worauf du achten solltest

  • Die Angabe, wie viel Prozent des Verdienstes der Nachlass kostet, braucht deinen Kostensatz. Ohne eingerichtete Kostenstruktur steht dort nur der Eurobetrag.
  • Gerechnet wird im Angebot mit dem Mischsatz, überschlägig. Die genaue Zahl steht erst in der Nachkalkulation.
  • Ein Skonto, das im Angebot noch keine Rolle spielt, kann später auf der Rechnung trotzdem zuschlagen. Wer beides gibt, sollte beides zusammen rechnen — der schlimmste Fall ist Nachlass gegeben und Skonto gezogen.

Das gehört dazu

Passt dazu

Diese Seite erklärt eine Funktion. Wie aus einer Projektbeschreibung überhaupt ein fertiges Angebot wird, vom ersten Satz bis zum PDF, steht auf Angebot schreiben als Handwerker.

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